Peter Märkert, geboren 1955 in Gelsenkirchen, lebt und arbeitet in Bochum.
Nach dem Abitur Studium in Informatik und Sozialarbeit, Tätigkeiten als Taxifahrer, Techniker, Sozialarbeiter im Justizvollzug, Bewährungshelfer und Autor. Interessen: Bücher, Romane, Literatur... und natürlich die Frage, wo dieses brennende Interesse herkommt und der Versuch einer Antwort: Es war meine Großmutter väterlicherseits, eine allzu pedantische Frau, die, als ich während eines dreiwöchigen Urlaubes meiner Eltern bei ihr untergebracht war (ich war damals drei Jahre alt), eine völlig aus ihrem von mir gewohnten Verhalten abweichende Reaktion zeigte, und damit meine gerade gewonnene Wirklichkeitsauffassung verwirrte. Zum Geschehen: Mir glitt eine wertvolle Sammeltasse aus der Hand, die auf dem steinernen Fußboden in mehrere Teile zerbrach. Um der sicheren Strafe zu entgehen, versuchte ich das Missgeschick mit Uhu-Kleber aus der Welt zu schaffen, als meine Großmutter ins Zimmer trat. Mir stockte der Atem und meine Großmutter, ich sehe sie heute noch in der Tür stehen, klein und drahtig. Sie lachte derart, dass sie kaum sprechen konnte. Ich verstand: "Ist nicht schlimm..." Durch diese Reaktion führte sie meine verzweifelten Klebeversuche aber dermaßen ad absurdum, dass ich fortan an meiner Wirklichkeitsauffassung zweifelte. Ich begann zu zweifeln an eindeutig guten oder bösen Handlungen und damit verbundenen Folgen. Das gab es nur in Büchern, die Mutter vorlas. Da waren Menschen und deren Handlungen gut oder böse, nur da gab es die paradiesische Wirklichkeit hinter den Erscheinungen.